Alle Artikel

7. August 2026

Harz oder Filament: Was SLA-Druck im Vergleich zu FDM wirklich kostet

0 AufrufeNoch keine Bewertungen· Melden Sie sich an, um zu bewerten
Formlabs-Harzkartuschen

"SLA ist teurer als FDM" hört man oft, aber selten rechnet jemand nach, um wie viel genau und warum. Hier die Kosten Punkt für Punkt aufgeschlüsselt — so sieht man, wo Harz gegenüber Filament in Zahlen verliert und wo es überraschend gewinnt.

Material: Preis pro Gramm

Ein Kilogramm Standardfilament (PLA/PETG) kostet etwa 8–17 €, also 0,008–0,017 €/g. Ein Liter Standard-Fotopolymerharz kostet 25–45 € und wiegt etwa 1,1–1,2 kg — also 0,02–0,04 €/g, 2-3-mal mehr. Technische und dentale Harze kosten nochmal 1,5-2-mal so viel wie Standardharze.

Der Schritt, den FDM nicht hat

Ein FDM-Teil ist fertig, sobald man es von der Platte nimmt. Zwischen Druck und fertigem SLA/LCD-Teil liegen zwei Pflichtschritte, die beide echtes Geld kosten:

  • IPA-Reinigung — Isopropylalkohol wird bei jeder Charge verbraucht, verunreinigt sich zunehmend mit gelöstem Harz und muss ersetzt werden. Bei regelmäßigem Druck ist das ein spürbarer Posten, keine Einmalanschaffung.
  • UV-Härtung — Strom der Härtungsstation plus deren eigene Abschreibung (typisch 60–170 € pro Station, begrenzte Lebensdauer).

3D Print Pricing hat dafür eigene Lagerfächer — IPA-Verbrauch und Laufzeit der UV-Station werden genauso kalkuliert wie Filament und Druckerzeit, als eigene Posten statt grober Schätzung.

Abschreibung des Druckers

Hier dreht sich das Bild. Einsteiger-FDM- und Einsteiger-SLA/LCD-Drucker kosten etwa gleich viel (günstige Harzdrucker sind im Budgetsegment oft sogar billiger — 150–250 €), und die Verbrauchsteile im Druckbereich (FEP-Folie, LCD-Bildschirm) eines Harzdruckers haben eine endliche, vorhersehbare Lebensdauer — das macht die Abschreibung pro Teil sogar einfacher zu berechnen.

Zeit ist auch ein Kostenfaktor

Ein FDM-Teil kann direkt nach dem Abnehmen zum Kunden gehen (Lackierung ausgenommen). Ein Harzteil ist direkt nach dem Druck physisch nicht fertig — Waschen und Härten dauern je nach Harz und Chargengröße 20 Minuten bis mehrere Stunden. Wird diese Zeit nicht eingepreist, fällt die tatsächliche Marge niedriger aus als geplant.

Wann Harz trotzdem gewinnt

Bei kleinen, hochdetaillierten Teilen — Miniaturen, Schmuck, Dentalmodelle — kommt FDM qualitativ zu keinem Preis mit, und der Kostenvergleich verliert seinen Sinn, wenn die FDM-Version das Problem des Kunden gar nicht löst. In dieser Nische gleicht das geringere Gewicht des Harzteils gegenüber dem FDM-Äquivalent den höheren Preis pro Gramm aus — und es gibt deutlich weniger Konkurrenz, die dieselbe Detailtiefe schafft.

Genau rechnen statt schätzen

Der 2-3-fache Unterschied beim Materialpreis ist nur ein Teil der Rechnung — Druckerabschreibung, IPA, UV-/Ultraschall-Strom und Nachbearbeitungszeit werden bei Harz anders kalkuliert als bei Filament. Der 3D Print Pricing Rechner berechnet beide Technologien mit all diesen Posten — so sieht man, was für ein konkretes Modell wirklich günstiger ist, statt sich auf die Faustregel "SLA ist teurer" zu verlassen.

Berechnen Sie Ihren Preis in einer Minute

Kostenloser Rechner: Teilegewicht, Druckzeit, Materialpreis — ohne Registrierung.

Rechner öffnen
Auch als App verfügbar:App StoreGoogle PlayRuStore
War dieser Artikel hilfreich?00Melden Sie sich an, um den Artikel zu bewerten

Kommentare