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3. Juli 2026

3D-Druckkosten berechnen (mit Formel)

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Taschenrechner und Laptop auf einem Schreibtisch

Wer nicht nur für sich selbst, sondern zum Verkauf druckt, stößt schnell auf die Frage „was kostet das eigentlich wirklich". Beides — zu niedrig ansetzen und mit Verlust arbeiten, oder zu hoch ansetzen und den Auftrag verlieren — ist ein Fehler. Hier die Formel Stück für Stück aufgeschlüsselt — dieselbe, die im 3D Print Pricing Rechner verwendet wird.

Woraus die Kosten tatsächlich bestehen

Die direkten Kosten eines Drucks setzen sich aus vier Dingen zusammen:

  1. Material — wie viele Gramm Filament oder Milliliter Harz das Teil verbraucht hat.
  2. Strom — wie viel Leistung der Drucker während des Drucks aufgenommen hat.
  3. Druckerabschreibung — Verschleiß der Maschine pro Betriebsstunde.
  4. Abschreibung von Peripheriegeräten — ein Filamenttrockner für FDM, eine UV-Härtestation und Ultraschallwanne für SLA, sofern genutzt.

Zu den direkten Kosten kommen Marge, Steuern und weitere Geschäftskosten (Verpackung, Versand, Nachbearbeitungszeit) hinzu — das ist ein eigenes Thema. Hier geht es nur um die direkten Kosten des Drucks selbst.

Material

Einfache Formel:

Materialkosten = (Preis pro kg ÷ 1000) × Teilegewicht in Gramm

Bei Harz funktioniert es genauso, nur über Milliliter und Dichte (die Dichte variiert zwischen Harzen, weshalb Harze und Filamente eigene Katalogabschnitte mit jeweils eigener Dichte sind).

Strom

Stromkosten = Druckerleistung (kW) × Druckzeit (h) × Tarif (€/kWh)

Beispiel: Der Drucker zieht 150 W (0,15 kW), der Druck läuft 8 Stunden, Tarif 0,30 €/kWh:

0.15 × 8 × 0.30 = 0,36 €

Bei einem Tag-/Nachttarif sollten die tatsächlich gedruckten Stunden je Tarifzone berechnet werden, statt einen einheitlichen Tarif zu mitteln — der Rechner übernimmt diese Aufteilung automatisch.

Druckerabschreibung

Das ist der häufigste Anfängerfehler — sie wird komplett vergessen, und das ist ein echtes Problem: über ein Jahr Druckbetrieb kann sie einen erheblichen Anteil der Gesamtkosten ausmachen.

Abschreibung = (Druckerpreis ÷ Lebensdauer in Stunden) × Druckzeit

Beispiel: Der Drucker kostet 550 €, geplant ist eine Lebensdauer von 4.000 Stunden bis zur größeren Reparatur oder zum Ersatz, der Druck dauert 8 Stunden:

(550 ÷ 4.000) × 8 = 1,10 €

Das sind die „Verschleiß"-Kosten dieses konkreten Drucks. Fällt der Drucker früher aus als erwartet, ist das Geld für einen Ersatz bereits teilweise aus der Preisgestaltung vergangener Aufträge zurückgelegt — nicht aus dem Nichts herbeigezaubert.

Dieselbe Rechnung gilt für einen Filamenttrockner, eine UV-Härtekammer oder eine Ultraschallwanne — Gerätepreis geteilt durch die Lebensdauer in Stunden.

Das Beispiel zusammengeführt

Ein Teil mit 80 g Gewicht, 8 Stunden Druckzeit, Filament zu 20 €/kg, der Drucker von oben:

PostenRechnungSumme
Material(20 ÷ 1000) × 801,60 €
Strom0,15 × 8 × 0,300,36 €
Druckerabschreibung(550 ÷ 4000) × 81,10 €
Kosten3,06 €

Von hier aus kommt die Marge für das eigene Geschäftsmodell hinzu (im Rechner lässt sie sich über Aufschlagsprozentsatz, Zielverkaufspreis oder Zielgewinn festlegen — je nachdem, was gerade am einfachsten ist).

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Warum das von Hand schnell mühsam wird

Die Formel selbst ist nicht kompliziert, aber wenn fünf Aufträge mit unterschiedlichem Filament, unterschiedlichen Druckern und unterschiedlichen Druckzeiten anstehen, wird es schnell umständlich, das alles im Kopf oder in einer Ad-hoc-Tabelle je Auftrag zu behalten. Dabei vergisst man auch leicht einen Bestandteil (meist die Abschreibung) und rutscht bei größerem Volumen still in den Verlust.

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