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4. Juli 2026

Nachbearbeitung von Harzdrucken: Waschen, Trocknen, UV-Härtung — und wie man es einpreist

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Ein Teil, das frisch von der Bauplattform eines photopolymeren Druckers kommt, ist noch nicht fertig: Es ist klebrig und nicht ausreichend fest. Bevor es an den Kunden geht, müssen drei Schritte durchlaufen werden — jeder davon kostet Zeit und Verbrauchsmaterial, die man leicht vergisst einzupreisen.

Die drei Schritte der Nachbearbeitung

  1. Waschen. Das Teil wird von unausgehärtetem Harz befreit — meist in Isopropylalkohol (IPA) in einer Ultraschallwanne, bei water-washable Harzen genügt Wasser. Ultraschall beschleunigt und verbessert das Waschen gegenüber manuellem Spülen.
  2. Trocknen. Nach dem Waschen muss das Teil vollständig von IPA/Wasser trocknen, bevor der nächste Schritt folgt — sonst wird die Härtung ungleichmäßig.
  3. UV-Härtung. Das Teil wird in einer UV-Station (oder in der Sonne) bis zur endgültigen Festigkeit nachbelichtet — ohne diesen Schritt bleibt der Kunststoff spröde und kann sich verformen.

Was das in der Praxis kostet

  • Zeit. Jeder Schritt dauert je nach Teilegröße und Gerätestärke von wenigen Minuten bis 20–30 Minuten — Zeit, in der der Drucker nicht druckt, das Atelier aber noch mit dem Auftrag beschäftigt ist.
  • Verbrauchsmaterial. IPA verdunstet und verschmutzt, es wird regelmäßig gewechselt; Handschuhe und Tücher werden verbraucht, manchmal nutzt sich auch die FEP-Folie der Wanne durch Chemie und UV ab (nicht direkt Teil der Nachbearbeitung, aber ebenfalls ein Verbrauchsmaterial des Harzdrucks).
  • Strom. Ultraschallwanne und UV-Station verbrauchen Strom genau wie der Drucker — dieselbe Formel: Leistung × Zeit × Tarif.

Auswirkung auf die Kosten

Die Nachbearbeitung verdient dieselbe Behandlung wie der Druck selbst: Zeit von Ultraschallwanne und UV-Station als eigene Ausrüstungsposten mit eigener Abschreibung und eigenem Stromverbrauch, und IPA als verbrauchtes Material, abgerechnet pro Milliliter. In 3D Print Pricing ist das Lager bereits in die Kategorien „Harze", „Ultraschallwannen" und „UV-Lampen/Stationen" unterteilt — die Harzkalkulation basiert auf denselben Bausteinen wie beim Filament, nur mit einem anderen Satz an Posten.

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Ein häufiger Fehler

Die Nachbearbeitung nicht separat zu kalkulieren und sie „nach Gefühl" in die Gesamtdruckzeit einzurechnen — in der Praxis können das 15–30 % der Zeit sein, in der der Drucker nicht druckt, das Atelier aber noch mit dem Auftrag beschäftigt ist, und genau dieser Anteil geht beim Runden der Kosten am häufigsten verloren.

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