ABS-GF (ABS mit Glasfaser): Dichte, Drucktemperatur und wann es die richtige Wahl ist
ABS-GF ist gewöhnliches ABS, verstärkt mit gehackter Glasfaser (meist 10–20 %). Die Glasfaser erhöht die Steifigkeit und reduziert den für reines ABS typischen Verzug deutlich, auf Kosten von etwas Schlagzähigkeit und einer matteren, raueren Druckoberfläche.
Wichtigste Eigenschaften
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Dichte | ≈1,18 g/cm³ |
| Düsentemperatur | 240–260 °C |
| Bett-Temperatur | 95–110 °C |
| Bauteilkühlung | minimal |
| Schrumpfung | niedriger als bei normalem ABS, aber noch spürbar |
| Kammer nötig | ja |
Wann verwenden
- Funktionsgehäuse und Halterungen, bei denen Steifigkeit und Formstabilität großer Teile wichtig sind.
- Vorrichtungen, die moderater Wärme ausgesetzt sind (z. B. in Elektronik-Nähe), wo reines ABS an Steifigkeit nicht ausreicht.
- Ersatz für reines ABS dort, wo Eckenablösung durch Schrumpfung zum Problem wurde.
- Prototypen von Teilen, die in Serie aus glasfaserverstärktem ABS spritzgegossen werden.
Wann etwas anderes wählen
- Schlagzähigkeit ist wichtiger als Steifigkeit — die Verstärkung macht das Material spröder, reines ABS oder ASA biegt sich statt zu brechen.
- Maximale Steifigkeit unter ABS-ähnlichen Materialien nötig — ABS-CF (mit Kohlefaser) liefert einen höheren Elastizitätsmodul bei geringerem Gewicht.
- Das Teil wird im Freien eingesetzt — Glasfaser bietet keinen UV-Schutz, für den Außeneinsatz besser ASA.
Vor- und Nachteile
Vorteile: deutlich weniger Verzug und Schrumpfung als bei normalem ABS, erhöhte Steifigkeit und Formstabilität, günstiger als kohlefaserverstärkte Varianten.
Nachteile: spröder im Bruch als reines ABS; matte, raue Druckoberfläche; Glasfaser beschleunigt den Verschleiß von Messingdüsen; die ABS-typischen Anforderungen an Belüftung (Geruch beim Drucken) und geschlossene Kammer bleiben bestehen.
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Auswirkung auf die Druckkosten
ABS-GF druckt bei fast denselben Temperaturen wie normales ABS, der Energieverbrauch ist also vergleichbar, die Ausschussquote aber meist niedriger — die Verstärkung reduziert Verzug und Eckenablösung, die häufigste Ursache für Fehldrucke bei reinem ABS. Zusätzlich einzuplanen ist der schnellere Verschleiß einer Standard-Messingdüse durch die Abrasivität der Glasfaser — bei regelmäßiger Arbeit mit diesem Material amortisiert sich eine gehärtete Düse schneller, als es auf dem Papier aussieht.