ABS+ (ABS Plus): Dichte, Drucktemperatur und wann es die richtige Wahl ist
ABS+ (ABS Plus) ist eine überarbeitete Formel des gewöhnlichen ABS mit Zusätzen, die die Neigung zur Delamination zwischen den Schichten senken und den Eckenverzug (Warping) beim Drucken reduzieren — dieselben Probleme, wegen denen seinerzeit PLA+ gegenüber reinem PLA entstand. In den Grundeigenschaften bleibt ABS+ dasselbe ABS: gleiche Schlagfestigkeit und Wärmebeständigkeit, aber etwas einfacher und vorhersehbarer zu drucken.
Wichtigste Eigenschaften
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Dichte | ≈1,05 g/cm³ |
| Düsentemperatur | 230–250 °C |
| Bett-Temperatur | 95–110 °C |
| Bauteilkühlung | schwach oder aus |
| Schrumpfung | spürbar, aber niedriger als bei normalem ABS |
| Kammer nötig | ja |
Wann verwenden
- Funktionsteile, bei denen früher normales ABS gewählt wurde, aber Eckendelamination oder Ablösung vom Bett auftraten — ABS+ senkt die Häufigkeit dieses Ausschusses, ohne die Drucktechnologie zu wechseln.
- Prototypen und Gehäuse, bei denen Schlagfestigkeit und Acetondampf-Glättung wichtig sind — ABS+ verhält sich dabei wie normales ABS.
- Druck auf Druckern ohne perfekt eingestellte geschlossene Kammer, wo die etwas gutmütigere Formel das Ausschussrisiko senkt.
Wann etwas anderes wählen
- Drucken ohne Kammer und ohne Verzugsrisiko ist möglich — PETG ist einfacher zu drucken und liefert für viele Aufgaben vergleichbare Festigkeit.
- UV- und Wetterbeständigkeit im Außeneinsatz ist gefragt — dafür eignet sich besser ASA, das dieselben Vorteile von ABS plus Schutz vor Sonnenausbleichung bietet.
- Noch höhere Schlagfestigkeit und Wärmebeständigkeit werden benötigt — PC oder PC-ABS in Betracht ziehen.
Vor- und Nachteile
Vorteile: weniger Delamination und Warping als bei normalem ABS, erhält Schlagfestigkeit und Acetonbehandelbarkeit, etwas breiteres Temperaturfenster beim Drucken.
Nachteile: benötigt weiterhin eine geschlossene Kammer und ein beheiztes Bett, der scharfe Geruch beim Drucken bleibt, teurer als Standard-ABS, der Gewinn bei der Druckbarkeit fällt nicht auf jedem Drucker gleich stark aus.
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Auswirkung auf die Druckkosten
Die geringere Neigung zu Delamination und Verformung senkt die Ausschussquote gegenüber normalem ABS direkt — das ist das wichtigste wirtschaftliche Argument für ABS+ trotz des höheren Preises pro Kilogramm, besonders bei großen flachen Teilen, bei denen sich normales ABS häufiger vom Bett löst. Die Anforderungen an geschlossene Kammer und Belüftung bleiben dabei dieselben wie bei normalem ABS, sodass ABS+ bei der Druckinfrastruktur keine Einsparungen bringt.