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BVOH: Dichte, Drucktemperatur und wann es als Stützmaterial verwendet wird

Dichte: 1.2 g/cm³Düsentemperatur: 195–215°CBetttemperatur: 45–60°C
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BVOH (Butendiol-Vinylalkohol-Copolymer) ist neben PVA das zweite verbreitete wasserlösliche Stützmaterial, das im Multimaterialdruck über einen zweiten Extruder gedruckt wird. Der Hauptunterschied zu PVA: BVOH nimmt weniger Feuchtigkeit aus der Luft auf und löst sich in kaltem Wasser deutlich schneller, was Lagerung und Nachbearbeitung vereinfacht — dafür ist das Material teurer und bei Herstellern seltener zu finden.

Wichtigste Eigenschaften

ParameterWert
Dichte≈1,20 g/cm³
Düsentemperatur195–215 °C
Bett-Temperatur45–60 °C
Bauteilkühlungmoderat
Schrumpfungminimal
Kammer nötignein

Wann verwenden

  • Stützstrukturen für PLA- und PETG-Modelle mit komplexer Innengeometrie, bei denen die Auflösungsgeschwindigkeit wichtig ist — BVOH löst sich in kaltem Wasser innerhalb von Minuten, nicht Stunden.
  • Produktion, bei der die Stützspulen oft zwischen Aufträgen im Drucker verbleiben und nicht luftdicht gelagert werden können — BVOH behält seine Druckeigenschaften an der Luft länger als PVA.
  • Multimaterialdruck mit PETG, an dem PVA wegen der abweichenden Drucktemperaturen schlechter haftet.

Wann etwas anderes wählen

  • Das Budget ist begrenzt und die Lagerbedingungen erlauben eine luftdichte Spule mit Trockenmittel — PVA ist günstiger und funktioniert für PLA-Modelle nicht schlechter.
  • Eine Stützstruktur für ABS wird benötigt — weder BVOH noch PVA sind mit ABS temperaturmäßig gut kompatibel; für ABS wird HIPS verwendet, das in Limonen löslich ist.
  • Druck ohne zweiten Extruder/AMS — lösliche Stützstrukturen lohnen sich nur im Multimaterialdruck, sonst normale abbrechbare Stützen aus dem Hauptmaterial verwenden.

Vor- und Nachteile

Vorteile: weniger hygroskopisch und stabiler an der Luft als PVA, löst sich schneller und in einem breiteren Wassertemperaturbereich, besser mit PETG bei der Drucktemperatur kompatibel.

Nachteile: deutlich teurer als PVA, geringere Herstellerauswahl und Lagerverfügbarkeit, erfordert weiterhin sorgfältige Lagerung bei längeren Standzeiten.

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Auswirkung auf die Druckkosten

Wie PVA ist BVOH ein Hilfsmaterial: In die Kostenkalkulation müssen der Verbrauch beider Materialien (Hauptmaterial und Stützmaterial) sowie die Nachbearbeitungszeit einfließen. Der höhere Preis pro Kilogramm BVOH wird teilweise durch die kürzere Auflösungszeit und weniger durch Feuchtigkeitsaufnahme verdorbene Spulen ausgeglichen — es lohnt sich, beide Kostenposten für das eigene Druckvolumen zu vergleichen, bevor man sich standardmäßig für PVA oder BVOH entscheidet.