HIPS: Dichte, Drucktemperatur und wann es die richtige Wahl ist
HIPS (High Impact Polystyrene, schlagfestes Polystyrol) druckt fast wie ABS — bei denselben Temperaturen, mit derselben geschlossenen Kammer —, löst sich aber in Limonen (D-Limonen). Deshalb liegt seine Hauptrolle im 3D-Druck in löslichen Stützstrukturen für ABS-Modelle mit komplexer Geometrie, die für gewöhnliche Stützen unzugänglich ist.
Wichtigste Eigenschaften
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Dichte | 1,03–1,05 g/cm³ |
| Düsentemperatur | 220–240 °C |
| Bett-Temperatur | 90–110 °C |
| Bauteilkühlung | minimal |
| Schrumpfung | spürbar, wie bei ABS |
| Kammer nötig | ja |
Wann verwenden
- Lösliche Stützstrukturen für ABS-Modelle mit inneren Hohlräumen/Überhängen, die nach dem Druck nicht zugänglich sind.
- Leichte, steife Teile, bei denen keine höhere Schlagfestigkeit als die von HIPS selbst gefordert ist.
- Prototypen, bei denen einfache mechanische Bearbeitung wichtig ist (lässt sich leichter schleifen und kleben als ABS).
Wann etwas anderes wählen
- Eine lösliche Stützstruktur für ein PLA-Modell wird benötigt — HIPS löst sich in Limonen, nicht in Wasser; für PLA ist meist PVA praktischer.
- Druck ohne zweiten Extruder/AMS für den Multimaterialdruck mit ABS — reines HIPS um seiner selbst willen zu drucken lohnt sich selten, meist wird ABS oder PETG verwendet.
- Kein Zugang zu Limonen und Belüftung für die Dämpfe — das Auflösen dauert Stunden und erfordert einen gut belüfteten Raum.
Vor- und Nachteile
Vorteile: löst sich in Limonen, ohne das ABS-Teil zu beschädigen; druckt mit denselben Einstellungen wie ABS — kein Profilwechsel beim Umschalten der Extruder nötig; leicht (geringere Dichte als die meisten technischen Kunststoffe).
Nachteile: erfordert wie ABS eine geschlossene Kammer und ein Bett von 90 °C+; setzt beim Drucken Styrol frei — Belüftung nötig; das Auflösen in Limonen ist kein schneller Prozess (Stunden), und Limonen riecht.
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Auswirkung auf die Druckkosten
Wird HIPS als Stützmaterial eingesetzt, ist sein Verbrauch gegenüber dem Hauptteil meist gering — in die Kalkulation gehören aber ZWEI Materialien (ABS/PETG + HIPS) sowie die Nachbearbeitungszeit (Auflösen), nicht nur das Filamentvolumen. Als eigenständiges Druckmaterial wird HIPS selten gewählt, die Druckkosten sind mit denen von ABS vergleichbar.