Nylon (PA): Dichte, Drucktemperatur und wann man es braucht
Nylon und PA (Polyamid) gehören zur selben Kunststofffamilie: Slicer und Filamenthersteller nennen es unterschiedlich, aber Dichte und Druckverhalten stimmen überein. Es ist eines der stabilsten und verschleißfestesten FDM-Materialien — und eines der anspruchsvollsten, um es sauber einzustellen.
Wichtigste Eigenschaften
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Dichte | 1,13 g/cm³ |
| Düsentemperatur | 240–270 °C |
| Bett-Temperatur | 70–90 °C |
| Bauteilkühlung | minimal oder aus |
| Schrumpfung | erheblich — Kammer nötig |
| Kammer nötig | ja |
Nylon ist unter den gängigen Filamenten am stärksten hygroskopisch: Es zieht Feuchtigkeit aus der Luft in Stunden, nicht in Tagen. Ohne Trocknung vor (und oft auch während) des Drucks knistern die Schichten und es entstehen Blasen.
Wann verwenden
- Zahnräder, Buchsen, Gleitlager — Nylon ist bekannt für Verschleißfestigkeit und geringe Reibung.
- Teile mit wiederholter Biegebelastung (Schnappverbindungen, Scharniere), die Ermüdungslasten überstehen müssen.
- Funktionsprototypen, die spritzgegossenen Teilen in ihren Eigenschaften nahekommen.
Wann etwas anderes wählen
- Kein Filamenttrockner und kein geschlossener Drucker vorhanden — Nylon ohne diese zu drucken führt fast garantiert zu einem Fehldruck.
- Die Festigkeit von PETG oder ABS reicht aus — Nylon kostet mehr und ist deutlich anspruchsvoller im Druck.
- Die Durchlaufzeit ist entscheidend — Filamenttrocknung und Profileinstellung verlängern die Auftragszeit.
Vor- und Nachteile
Vorteile: die beste Verschleiß- und Ermüdungsfestigkeit unter gängigen FDM-Kunststoffen, hervorragend bei Reibverbindungen.
Nachteile: stark hygroskopisch — Trocknung vor dem Drucken ist Pflicht; braucht eine Kammer und ein heißes Bett; erhebliche Schrumpfung erschwert große Teile.
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Auswirkung auf die Druckkosten
Neben Material und Energie fürs Aufheizen (Düse bis 270 °C, Bett bis 90 °C) sollte bei Nylon-Aufträgen auch die Trocknungszeit des Filaments eingeplant werden — ein zusätzlicher Schritt, den PLA/PETG nicht haben. Mit 1,13 g/cm³ ist die Dichte niedriger als bei PC (1,20) oder PETG (1,27), der Materialverbrauch in Gramm pro Modellvolumen ist also geringer als bei diesen Kunststoffen.
