PA12 (Nylon 12): Dichte, Drucktemperatur und wann es die richtige Wahl ist
PA12 (Nylon 12) ist eines der verbreitetsten technischen Nylons im 3D-Druck (auch im pulverbasierten SLS-Druck) und wird für seine gute Ermüdungsfestigkeit, Verschleißfestigkeit und deutlich geringere Feuchtigkeitsaufnahme als PA6 geschätzt.
Wichtigste Eigenschaften
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Dichte | ≈1,01 g/cm³ |
| Düsentemperatur | 250–270 °C |
| Bett-Temperatur | 70–90 °C |
| Bauteilkühlung | minimal oder aus |
| Schrumpfung | spürbar |
| Kammer nötig | empfehlenswert |
Wann verwenden
- Zahnräder, Scharniere, verschleißfeste bewegliche Verbindungen — Nylon ist bekannt für seine Biege-Ermüdungsfestigkeit.
- Funktionsteile im Einsatz in feuchter Umgebung — PA12 nimmt weniger Feuchtigkeit auf als PA6.
- Ersatz für PA6, wenn Maßstabilität bei der Lagerung wichtiger ist als maximale Zugfestigkeit.
Wann etwas anderes wählen
- Maximale Festigkeit/Steifigkeit unter den Nylons nötig — PA6 und besonders PA6-GF (mit Glasfaser) liegen höher.
- Ein Budget-Drucker ohne Filamenttrockner — Nylon, auch PA12, ist hygroskopisch und erfordert Lagerung/Trocknung vor dem Druck, sonst blubbert und knistert es beim Austritt aus der Düse.
- Das Teil benötigt keine spezifischen Nylon-Eigenschaften — PETG oder ABS sind günstiger und einfacher zu drucken.
Vor- und Nachteile
Vorteile: geringe Feuchtigkeitsaufnahme im Vergleich zu anderen Nylons (einfacher zu lagern), ausgezeichnete Ermüdungs- und Verschleißfestigkeit, gute chemische Beständigkeit gegen Öle und Kraftstoffe.
Nachteile: erfordert trotzdem eine Trocknung vor dem Druck (nur weniger kritisch als bei PA6); spürbare Schrumpfung/Verzug ohne geschlossene Kammer; schlechte Haftung auf den meisten Betten ohne Spezialbeschichtung (oft wird auf PA-spezifischer Folie/Klebstoff gedruckt).
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Auswirkung auf die Druckkosten
Nylon ist teurer als Standardmaterialien (PLA/PETG/ABS) und erfordert höhere Düsen- und Bett-Temperaturen — das erhöht den Energieverbrauch pro Druckzyklus. Wurde die Spule nicht luftdicht verpackt oder ohne Trockner gelagert, kann vor dem Druck ein Trocknungszyklus im Trockenschrank nötig sein (mehrere Stunden bei 60–80 °C) — diese Zeit und Energie sollten separat in die Kostenkalkulation einfließen und nicht als „kostenlos" gelten.