PLA: Dichte, Drucktemperatur und wann es die richtige Wahl ist
PLA (Polymilchsäure) ist das Material, mit dem fast jeder im 3D-Druck anfängt. Es wird aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt (Mais- oder Zuckerrohrstärke), braucht keine Kammer und verzeiht auch unsaubere Einstellungen — deshalb ist es die Standardwahl bei den meisten FDM-Druckern.
Wichtigste Eigenschaften
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Dichte | 1,24 g/cm³ |
| Düsentemperatur | 190–220 °C |
| Bett-Temperatur | 50–60 °C |
| Bauteilkühlung | 100 % |
| Schrumpfung | minimal |
| Kammer nötig | nein |
Die Dichte fließt direkt in die Kostenkalkulation ein: Aus dem Modellvolumen (aus dem Slicer) und der Materialdichte ergibt sich das Bauteilgewicht in Gramm — und daraus die Materialkosten eines konkreten Auftrags.
Wann verwenden
- Prototypen und Anschauungsmodelle, bei denen Schlagfestigkeit und Wärmebeständigkeit keine Rolle spielen.
- Dekor, Souvenirs, Miniaturen — PLA hält feine Details gut.
- Einzelstücke oder Ausstellungsstücke — es druckt schneller und scheitert seltener als ABS/ASA.
Wann etwas anderes wählen
- Das Teil steht im Sommer in der Sonne oder im Auto — PLA erweicht bei rund 55–60 °C; besser ASA wählen.
- Schlagfestigkeit oder belastete Gewindeverbindungen sind nötig — dann PETG oder ABS in Betracht ziehen.
- Das Teil muss flexibel sein — dann TPU.
Vor- und Nachteile
Vorteile: niedrige Drucktemperatur (weniger Energie für Bett und Düse), fast geruchlos, minimale Schrumpfung (weniger Haftungsprobleme auf dem Bett), das am einfachsten einzustellende Material für ein Druckprofil.
Nachteile: geringe Wärmebeständigkeit (verformt sich in heißem Wasser oder Sonnenlicht), spröde bei Stoßbelastung, zersetzt sich unter Alltagsbedingungen langsamer als oft angenommen (industrielle Kompostierung ≠ Gartenkompost).
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Auswirkung auf die Druckkosten
Eine niedrigere Drucktemperatur bedeutet weniger Zeit und Energie zum Aufheizen von Bett und Düse pro Druck — bei gleicher Druckzeit kostet PLA in der Regel etwas weniger Strom als ABS/ASA mit Kammer und über 100 °C heißem Bett. Das Filament selbst kostet meist weniger als technische Kunststoffe (Nylon, Polycarbonat) und etwa gleich viel wie PETG.
