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POM (Polyacetal, Delrin): Dichte, Drucktemperatur und wann es die richtige Wahl ist

Dichte: 1.41 g/cm³Düsentemperatur: 200–230°CBetttemperatur: 0–60°C
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POM (Polyoxymethylen, besser bekannt unter der Handelsmarke Delrin) ist ein kristalliner Acetalkunststoff mit außergewöhnlich niedrigem Reibungskoeffizienten und hoher Verschleißfestigkeit — die Standardwahl für spritzgegossene Zahnräder und Gleitlager. Im FDM-Druck ist es nicht einfach: starke kristallisationsbedingte Schrumpfung und fast keine Haftung auf den meisten Betten und Klebstoffen machen es trotz moderater Drucktemperaturen zu einem der anspruchsvollsten Materialien im Katalog.

Wichtigste Eigenschaften

ParameterWert
Dichte≈1,41 g/cm³
Düsentemperatur200–230 °C
Bett-Temperatur0–60 °C (Heizen hilft der Haftung kaum)
Bauteilkühlungmoderat
Schrumpfunghoch, kristallisationsbedingt
Kammer nötigempfehlenswert, für gleichmäßiges Abkühlen

Wann verwenden

  • Zahnräder, Zahnstangen und Buchsen, bei denen ein niedriger Reibungskoeffizient ohne Schmierung wichtig ist.
  • Bewegliche mechanische Verbindungen im Trockenlauf — POM gleitet dort, wo andere Kunststoffe Schmierung benötigen.
  • Ersatz für Bronze- oder Messing-Gleitlager in leichten Mechanismen.
  • Tasten-, Verschluss- und Mechanismusteile, die stabile Geometrie bei häufiger Betätigung erfordern.

Wann etwas anderes wählen

  • Zuverlässige Betthaftung ohne spezielle Unterlagen ist gefragt — POM druckt selbst mit BuildTak-ähnlichen Beschichtungen schlecht, für eine weniger anspruchsvolle Alternative mit ähnlicher Verschleißfestigkeit PA6 oder PA12 ansehen.
  • Stoßbelastungsfestigkeit ist erforderlich — POM ist spröder als Nylon, bei Stoßrisiko besser PA6-GF oder Nylon.
  • Das Teil benötigt keine geringe Reibung — dann nicht für POM aufzahlen, normales PETG oder ABS erledigen die Aufgabe einfacher und günstiger.

Vor- und Nachteile

Vorteile: außergewöhnlich niedriger Reibungskoeffizient ohne Schmierung, hohe Verschleißfestigkeit und Geometriestabilität beweglicher Teile, gute Biege-Ermüdungsfestigkeit (klassisches Material für Schnappverschlüsse).

Nachteile: haftet kaum auf dem Bett — der Druck erfordert oft spezielle Klebeunterlagen oder strukturierte PEI-Platten; starke Schrumpfung, große flache Teile neigen zur Eckenablösung; eingeschränkte Farb- und Herstellerauswahl beim Filament; lässt sich bei der Nachbearbeitung schlecht kleben und schweißen.

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Auswirkung auf die Druckkosten

Die Hauptkostenquelle beim POM-Druck ist nicht Energie (die Drucktemperaturen sind vergleichsweise moderat, ein beheiztes Bett ist nicht zwingend), sondern Ausschuss: Die schwache Haftung führt dazu, dass sich ein Teil der Drucke schon vor Abschluss löst oder verzieht, besonders bei großen flachen Grundflächen. Das sollte über eine erhöhte Fehlversuchsquote und den Verbrauch von Klebeunterlagen/Spezialbeschichtungen des Betts eingerechnet werden, die sich bei POM schneller verbrauchen als bei den meisten anderen Materialien.