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PP (Polypropylen): Dichte, Drucktemperatur und wann es die richtige Wahl ist

Dichte: 0.9 g/cm³Düsentemperatur: 220–240°CBetttemperatur: 100–120°C
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PP (Polypropylen) ist das leichteste unter den verbreiteten 3D-Druck-Materialien (schwimmt auf Wasser) und eines der chemikalienbeständigsten, aber auch eines der anspruchsvollsten beim Drucken: Fast nichts haftet daran, einschließlich PP selbst, weshalb die Betthaftung die größte Herausforderung ist.

Wichtigste Eigenschaften

ParameterWert
Dichte≈0,90 g/cm³ — leichter als Wasser
Düsentemperatur220–240 °C
Bett-Temperatur100–120 °C (oder kaltes Bett + PP-Folie/Klebeband)
Bauteilkühlungmoderat
Schrumpfungerheblich, Verzug ist das Hauptproblem
Kammer nötigempfehlenswert

Durch die geringe Dichte ist ein PP-Teil bei gleichem Volumen spürbar leichter als das Pendant aus PLA/PETG/ABS — das sollte bei der Berechnung von Gewicht und Materialkosten berücksichtigt werden.

Wann verwenden

  • Teile mit Filmscharnieren (Living Hinge) — PP übersteht wiederholtes Biegen ohne Bruch besser als fast jeder andere FDM-Kunststoff.
  • Behälter und Teile im Kontakt mit aggressiven Chemikalien, Ölen, Lösemitteln.
  • Leichte Teile, bei denen geringes Gewicht bei erhaltener Flexibilität wichtig ist.

Wann etwas anderes wählen

  • Keine Erfahrung im Umgang mit Verzug bei ABS-ähnlichen Materialien — PP verzieht sich noch stärker, für den ersten technischen Kunststoff besser mit PETG beginnen.
  • Feste Haftung beim Kleben/Lackieren ist gefragt — an PP haftet fast nichts, für zu lackierende Teile sind PLA/PETG/ABS besser.
  • Das Druckerbett heizt nicht über 100 °C und es gibt keinen Zugang zu spezieller PP-Haftfolie — der Druck löst sich vom Bett.

Vor- und Nachteile

Vorteile: ausgezeichnete Biege-Ermüdungsfestigkeit (Living Hinge), chemische Beständigkeit gegen Öle/Säuren/Laugen, das leichteste unter den verbreiteten Materialien, nimmt kein Wasser auf.

Nachteile: anspruchsvolle Betthaftung — spezielle PP-Folie oder Klebstoff nötig, oder Experimente mit Skirt/Kraftband; spürbarer Verzug; am fertigen Teil haftet fast nichts (Nachbearbeitung durch Kleben/Lackieren erschwert).

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Auswirkung auf die Druckkosten

Die geringe Dichte senkt den Materialverbrauch nach Masse bei gleichem Volumen — ein PP-Teil kostet nach Filamentgramm weniger als ein Pendant aus PETG/ABS gleichen Volumens. Die erhöhte Fehldruckquote durch Ablösung vom Bett (besonders solange das Druckprofil für den jeweiligen Drucker noch nicht optimiert ist) sollte aber als Risikoposten in die Kalkulation einfließen, besonders zu Beginn der Arbeit mit diesem Material.