Standard Resin: Dichte, Belichtung und wann sie die richtige Wahl ist
Standard Resin ist ein grundlegendes Allzweck-Fotopolymerharz, mit dem der Einstieg in den Harzdruck meist beginnt. Es liefert die beste Detailgenauigkeit unter allen Kunststoffdruckarten, ist dabei aber spröde: Modelle daraus splittern bei Stoß oder Biegung, statt sich zu verformen. Die Hauptnische sind Miniaturen, Formprototypen, dekorative und Ausstellungsmodelle, bei denen die Oberfläche wichtiger ist als mechanische Festigkeit.
Wichtigste Eigenschaften
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Dichte (ausgehärtet) | ≈1,10 g/cm³ |
| Belichtung | 405 nm (LCD/DLP) |
| Nachhärtung | 60–90 Sek. UV-Kammer |
| Druckertyp | MSLA/LCD (günstig), DLP |
| Nachbearbeitung | Waschen in IPA (oder Äquivalent) 3–5 Min. + UV-Nachhärtung |
| Toxizität vor dem Aushärten | flüssiges Harz reizt die Haut und ist bei Kontakt toxisch — Handschuhe und Raumbelüftung sind Pflicht |
Wann verwenden
- Miniaturen, Figuren, Brettspielfiguren — überall dort, wo feinste Schichtdetails wichtig sind.
- Form- und Passungsprototypen, bei denen eine glatte Oberfläche ohne sichtbare Schichten gefragt ist.
- Schmuck- und Handwerksprobemodelle vor dem Wechsel zu Gussharz.
- Einmalige dekorative Objekte ohne mechanische Belastung.
Wann etwas anderes wählen
- Funktionsteile mit Stoßbelastung — Tough Resin oder ABS-like Resin sind nötig.
- Teile, die sich biegen oder federn müssen — Flexible Resin verwenden.
- Große Gehäuse- oder Außenteile — hier sind PETG oder ABS günstiger und zuverlässiger, da Harz in der Sonne vergilbt und degradiert.
Vor- und Nachteile
Vorteile: beste Detailgenauigkeit unter allen 3D-Drucktechnologien, glatte Oberfläche ohne Schleif-Nachbearbeitung, günstiger Literpreis, breite Auswahl an Farben und transluzenten Varianten.
Nachteile: Sprödigkeit — Modelle brechen leicht bei Sturz oder Biegung, erfordert Waschen in IPA und Nachhärtung, das flüssige Harz ist toxisch und riecht, begrenzte Lebensdauer im Sonnenlicht (vergilbt und trübt).
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Auswirkung auf die Druckkosten
Harz wird literweise verkauft, nicht kiloweise, und der Literpreis von Standard Resin liegt meist über dem Kilopreis von Standard-FDM-Filament wie PLA — das sollte in die Grundmaterialkosten einfließen. Hinzu kommen Verbrauchsmaterialien: IPA wird bei jedem Waschgang verbraucht und muss regelmäßig ersetzt oder gefiltert werden, und die FEP-Folie am Drucker nutzt sich ab und muss ausgetauscht werden. Die Ausschussquote bei Harz ist höher als bei FDM — Ablösung von der Plattform, unvollständige Schichthaftung durch Feuchtigkeit oder Raumtemperatur — auch das sollte als Versicherung für Neudrucke in den Preis einfließen.