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1. Juli 2026

Abschreibung eines 3D-Druckers: wie man sie richtig in den Preis einrechnet

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Reihe von 3D-Druckern in einer Werkstatt

Die Abschreibung ist der Kostenposten, der am häufigsten vergessen wird. Material und Strom sieht man sofort — sie werden quasi vor den eigenen Augen verbraucht. Dass sich auch der Drucker mit jeder Druckstunde „verbraucht", ist weniger offensichtlich — bis zu dem Tag, an dem er ersetzt oder repariert werden muss, und sich herausstellt, dass niemand Geld dafür zurückgelegt hat.

Was sich tatsächlich abnutzt

Ein 3D-Drucker hat eine Lebensdauer — eine realistische Anzahl an Betriebsstunden, nach der er entweder eine größere Reparatur braucht (Hotend, Führungsschienen, LCD-Display bei Harzdruckern) oder so veraltet ist, dass sich ein Ersatz eher lohnt als eine Reparatur. Die Lebensdauer ist nicht die Herstellergarantie — sie ist die eigene Einschätzung, basierend auf der Erfahrung mit genau diesem Modell.

Dieselbe Logik gilt für Peripheriegeräte: einen Filamenttrockner, eine UV-Härtestation, eine Ultraschallwanne zum Waschen von Harzteilen — jedes Gerät hat seine eigene Lebensdauer und seinen eigenen Preis.

Die Formel

Abschreibung pro Stunde = Kaufpreis ÷ geschätzte Lebensdauer (Stunden)
Abschreibungskosten für das Teil = Abschreibung pro Stunde × Druckzeit

Rechenbeispiel

Ein Drucker für 700 €, geschätzte Lebensdauer 6.000 Stunden, genutzt für 6 Stunden für ein Teil:

(700 / 6000) × 6 = 0,70 €

Lief parallel ein Filamenttrockner (z. B. 40 €, Lebensdauer 2.000 Stunden, dieselben 6 Stunden):

(40 / 2000) × 6 = 0,12 €

Gesamtabschreibung für den Auftrag — 0,82 €.

Wie man die Lebensdauer in Stunden wählt

Es gibt keine einzige richtige Zahl — die Richtwerte unterscheiden sich je nach Drucker und Nutzungsintensität:

  • Vorsichtig — die vom Hersteller angegebene Lebensdauer der Schlüsselkomponenten übernehmen, sofern veröffentlicht.
  • Aus Erfahrung — wenn der Drucker schon eine Weile ohne größere Ausfälle läuft, abschätzen, wie lange er bei der aktuellen Belastung realistisch noch durchhält.
  • Aus der Community — nachsehen, wie viele Stunden ähnliche Modelle in Foren, Chats oder Tests durchschnittlich bis zu ernsthaften Problemen laufen.

Eine kürzere Lebensdauer anzusetzen ist für das Geschäft sicherer — der resultierende Preis ist etwas höher, aber man verkauft ein Teil nicht versehentlich mit Verlust.

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Was das in der Praxis bringt

Wenn die Abschreibung in jeden Druck eingerechnet wird, ist zu dem Zeitpunkt, an dem der Drucker tatsächlich ersetzt oder repariert werden muss, das Geld dafür bereits aus den Einnahmen vergangener Aufträge angesammelt — statt als plötzlicher Schlag für die Kasse aufzutauchen.

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