Alle Artikel

6. August 2026

Russlands Steuer für Selbstständige (NPD) im 3D-Druck-Geschäft: Sätze, Grenzen, Belege

0 AufrufeNoch keine Bewertungen· Melden Sie sich an, um zu bewerten

Die erste Frage, sobald aus dem Hobby-Drucken eine Einnahmequelle wird: Muss überhaupt etwas angemeldet werden? Ein einmaliger Verkauf an einen Bekannten ist eine Sache, ein stetiger Strom von Bestellungen über einen Marktplatz oder soziale Medien ist bereits eine Tätigkeit, die man nach russischem Recht formal anmelden muss. Für jemanden, der allein und ohne Angestellte druckt, ist die einfachste und meist günstigste Startoption in Russland die Steuer auf berufliches Einkommen — kurz NPD, besser bekannt als Status „Selbstständiger" (samosanjatyj).

Was NPD ist

NPD ist ein Sondersteuerregime, eingeführt durch das Bundesgesetz 422-FZ. Es ist genau für Menschen gedacht, die mit eigener Arbeitskraft oder durch den Verkauf selbst hergestellter Waren Geld verdienen — ohne Angestellte und ohne komplexe Unternehmensstruktur. 3D-Druck auf Bestellung passt fast perfekt dazu: Du druckst selbst, bearbeitest selbst nach, versendest selbst — das Einkommen entsteht durch deine eigene Arbeit, nicht durch den Weiterverkauf fremder Ware.

Die Registrierung dauert wenige Minuten in der App „Moi Nalog" (Mein Steuer) — Reisepass, ein paar Angaben, Bestätigung über das Portal für staatliche Dienstleistungen oder eine Bank. Kein Gang zum Finanzamt, keine separate Buchhaltung.

Die Einkommensgrenze — 2,4 Mio. RUB pro Jahr

Das ist die zentrale Einschränkung des Regimes: Das Gesamteinkommen im Kalenderjahr darf 2,4 Millionen RUB nicht übersteigen. Die Grenze wird als laufende Summe ab Jahresbeginn gezählt, nicht pro Monat — man kann also unregelmäßig drucken, mit saisonalen Spitzen vor Feiertagen, ohne dass die Grenze vorzeitig „verbrannt" wird.

2.400.000 RUB ÷ 12 Monate ≈ 200.000 RUB pro Monat im Durchschnitt

Wird die Grenze im Laufe des Jahres überschritten, endet der Status als Selbstständiger automatisch, und das übersteigende Einkommen muss nach den Regeln eines anderen Regimes versteuert werden — meist bedeutet das den Wechsel zum Einzelunternehmer (IP). Für die meisten Werkstätten am Anfang, besonders wenn nicht Vollzeit gedruckt wird, ist diese Zahl weit entfernt — sobald aber Bestellungen konstant reinkommen, lohnt es sich, die laufende Summe im Blick zu behalten, statt es im Nachhinein zu erfahren.

Sätze: 4 % und 6 %

Der Steuersatz hängt nicht davon ab, was gedruckt wird, sondern davon, wer zahlt:

  • 4 % — wenn eine Privatperson zahlt (privater Kunde, Endabnehmer).
  • 6 % — wenn ein Einzelunternehmer oder ein Unternehmen zahlt (Geschäftskunde).
Privatkunde zahlt 5.000 RUB → 4 % Steuer = 200 RUB
Firmenkunde zahlt 5.000 RUB → 6 % Steuer = 300 RUB

Es gibt auch einen einmaligen Bonus für neu registrierte Selbstständige: Bei der Registrierung wird automatisch ein Steuerabzug von 10.000 RUB gutgeschrieben, der die Steuer bei jedem Verkauf verrechnet, bis er aufgebraucht ist — effektiv liegen die Sätze anfangs niedriger (etwa bei 3 % und 4 %). Zusätzliche Meldepflichten gibt es darüber hinaus keine: keine Jahreserklärung und keine festen Pflichtbeiträge „für sich selbst", die bei anderen Regimen unabhängig vom tatsächlichen Einkommen fällig werden.

Wie der Beleg entsteht

Nach Erhalt der Zahlung wird in der App „Moi Nalog" ein Beleg erstellt — praktisch das Äquivalent zum Kassenbon für Selbstständige. Der Ablauf ist einfach:

  1. Zahlung vom Kunden erhalten (bar, Überweisung, über einen Zahlungsdienstleister).
  2. In der App Betrag und Zahlungsart eingeben, angeben, ob der Kunde eine Privatperson oder ein Unternehmen/Einzelunternehmer ist.
  3. Die App erstellt den Beleg und berechnet die Steuer zum passenden Satz.
  4. Der Beleg geht an den Kunden — als Link, per E-Mail oder als Datei.

Die App berechnet die Monatssteuer selbst und schickt bis zum 12. des Folgemonats eine Benachrichtigung — zu zahlen ist bis zum 28. Es muss keine Erklärung ausgefüllt werden: Solange die Belege rechtzeitig ausgestellt werden, erledigt das System den Rest.

Was NPD nicht abdeckt

Das Regime ist praktisch, aber nicht universell — ein paar Einschränkungen sollte man vorab kennen:

  • Angestellte mit Arbeitsvertrag. Ein Selbstständiger arbeitet allein — wenn die Werkstatt so gewachsen ist, dass dauerhaft eine zweite Person auf Angestelltenbasis gebraucht wird, passt das nicht mehr zu NPD; dann ist der Wechsel zum Einzelunternehmer nötig.
  • Weiterverkauf fremder Waren. NPD deckt Einkommen aus eigener Arbeit oder selbst hergestellten Waren ab. Fertige Figuren im Großhandel kaufen und weiterverkaufen ist unter NPD nicht erlaubt — das ist Handelstätigkeit und braucht ein anderes Regime.
  • Eine kurze, gesetzlich festgelegte Liste ausgeschlossener Tätigkeiten — Bergbau, Verkauf verbrauchsteuerpflichtiger und kennzeichnungspflichtiger Waren und einige weitere Bereiche, die mit Auftrags-3D-Druck in der Regel nichts zu tun haben.

Drucken nach Kundendateien, Verkauf eigener Designs, Nachbearbeitung und Lackierung — all das passt problemlos in das Regime.

Warum es meist der beste Start ist

Drei Gründe, warum NPD die Alternativen beim Start meist schlägt:

  • Man zahlt nur auf reales Einkommen. Kein Auftrag in einem Monat bedeutet keine Steuer — anders als bei den festen Pflichtbeiträgen eines Einzelunternehmers, die unabhängig vom Umsatz fällig werden.
  • Null Meldepflichten. Kein Steuerberater nötig, keine Erklärungen zu verstehen — der Beleg in der App ist die gesamte Buchführung.
  • Schnell rein, genauso schnell raus. Läuft das Drucken als Geschäft nicht, lässt sich der Status genauso einfach in derselben App abmelden — anders als der Einzelunternehmer-Status, der offiziell geschlossen werden muss.

Ein vollständiger Vergleich mit dem Einzelunternehmer-Status findet sich in Steuern im 3D-Druck: Kleinunternehmer oder GmbH — dort wird beschrieben, wann die NPD-Grenze oder der Bedarf an Angestellten den Wechsel unumgänglich macht.

Berechnen Sie Ihren Preis in einer Minute

Kostenloser Rechner: Teilegewicht, Druckzeit, Materialpreis — ohne Registrierung.

Rechner öffnen
Auch als App verfügbar:App StoreGoogle PlayRuStore

Was das in der Praxis bedeutet

Solange die Werkstatt nur du am Drucker bist, deckt NPD die gesamte Steuerseite ab — ohne Steuerberater, ohne Erklärungen, ohne feste Beiträge: Die Registrierung dauert zehn Minuten, ein Beleg ist nach jeder Zahlung in Sekunden ausgestellt, und einmal im Monat zahlst du genau das, was du tatsächlich verdient hast — nicht mehr. Und sobald sich das Einkommen der Grenze von 2,4 Millionen RUB im Jahr nähert oder dauerhafte Hilfe gebraucht wird, ist das ein klares, vorhersehbares Signal für den Wechsel zum Einzelunternehmer — keine nachträglich entdeckte Überraschung.

War dieser Artikel hilfreich?00Melden Sie sich an, um den Artikel zu bewerten

Kommentare