2. Juli 2026
Wie viel Strom verbraucht ein 3D-Drucker?

Strom ist selten der größte Kostenposten — Material und Druckerabschreibung wiegen meist schwerer. Aber bei langen Drucken (24 Stunden oder mehr) oder hohen Stromtarifen wird die Rechnung spürbar, und das sollte man nicht „nach Gefühl" auf null runden.
Was der Drucker tatsächlich verbraucht
Die Leistung eines Druckers ist nicht konstant — sie unterscheidet sich beim Aufheizen von Bett/Hotend und im eingeschwungenen Druckbetrieb. Hersteller geben meist die Nennleistung des Netzteils an — das ist ein Höchstwert, kein Durchschnitt. Für die praktische Kalkulation ist es einfacher, sich an diesem Wert zu orientieren: Er bietet eine kleine Sicherheitsmarge, was sicherer ist, als den Preis zu niedrig anzusetzen.
Bei SLA-Druckern kommt der Verbrauch der UV-Matrix hinzu, bei Nachbearbeitungsstationen die Leistung von Heiz-/Ultraschallmodul der Wanne.
Stromverbrauch beliebter Modelle
Richtwerte für die Kalkulation:
- Bambu Lab A1 mini: ~57 W beim Drucken, ~6 W im Leerlauf — das sparsamste Modell der Reihe.
- Bambu Lab A1: ~65-95 W beim Drucken, ~5-8 W im Leerlauf — gleiche Klasse offener Rahmen, aber größeres Bett.
- Bambu Lab P1S: ~100 W beim Drucken — geschlossene Kammer mit aktiver Kühlung.
- Bambu Lab X1 Carbon: 150-200 W im eingeschwungenen Betrieb, Spitzen bis 400 W beim Aufheizen.
Steht das eigene Modell nicht in der Liste, ist die Nennleistung des Netzteils aus dem Datenblatt des Herstellers ein sicherer Richtwert (siehe oben).
Die Formel
Stromkosten = Leistung (kW) × Druckzeit (h) × Tarif (€/kWh)
Die Leistung ist im Datenblatt meist in Watt angegeben — durch Division durch 1000 in Kilowatt umrechnen.
Beispiel
Ein Drucker mit 200 W druckt 14 Stunden, Tarif 0,30 €/kWh:
0.2 × 14 × 0.30 = 0,84 €
Läuft parallel ein Filamenttrockner, wird dessen Verbrauch auf dieselbe Weise separat berechnet und zum Gesamtbetrag addiert.
Hoch- und Niedertarifzeiten
Viele Stromanbieter haben unterschiedliche Tarife für Haupt- und Nebenzeiten. Erstreckt sich ein Druck über beide Zeitfenster (bei langen Drucken fast immer der Fall), ist die korrekte Berechnung eine getrennte Zählung der Stunden je Tarifzone, nicht eine Mittelung über einen einheitlichen Tarif:
Kosten = Leistung × (Hauptzeitstunden × Hauptzeittarif + Nebenzeitstunden × Nebenzeittarif)
Genau so wird Strom in 3D Print Pricing berechnet — beide Tarife einmal für den Drucker hinterlegen, und der Rechner teilt die Druckzeit automatisch zwischen den Zonen auf.
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Warum es sich trotzdem lohnt, ehrlich zu rechnen
Ein Unterschied von zehn Cent bei einem einzelnen Teil wirkt unbedeutend, aber bei Druck in größerem Umfang über einen Monat ist das reales Geld — das entweder in der Marge bleibt oder sich still verflüchtigt, besonders wenn mehrere Drucker und ein Trockner durchgehend laufen.
