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23. Juli 2026

Tabletop-Miniaturen im 3D-Druck: Harz oder Kunststoff, und wie kleine Details nicht misslingen

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Nahaufnahme einer unbemalten Tabletop-Miniatur

Braucht man eine Miniatur für Warhammer, D&D oder ein selbstgebautes Brettspiel, geht es fast immer um Harzdruck (SLA/DLP), nicht um einen gewöhnlichen FDM-Drucker mit Filamentspule. Der Unterschied liegt nicht im Preis — die beiden Technologien gehen mit kleinen Details schlicht grundlegend anders um.

Warum nicht FDM

Ein FDM-Drucker trägt Kunststoff in Schichten durch eine Düse auf, mit einer typischen Schichthöhe von 0,1–0,2 mm. Für den Korpus einer Kiste oder einen Sockel ist das in Ordnung. Für das Gesicht einer 28 mm hohen Figur, bei dem Gesichtszüge, Stofffalten, eine winzige Waffe in den Händen wiedergegeben werden müssen — da sind die Schichten sichtbar, und feine Details wie eine Lanze oder Finger drucken sich schlicht nicht sauber oder brechen beim Entfernen von der Druckplatte ab.

Ein Harzdrucker belichtet eine ganze Schicht auf einmal mit UV-Licht durch ein LCD-Display, mit Schichten von 0,02–0,05 mm — eine Größenordnung feiner. Daher die glatte Oberfläche und die feinen Details ohne sichtbare Stufen.

Was den Preis beeinflusst

Der Maßstab. 28 mm (Standard bei den meisten Brettspielen) druckt günstiger als 32 oder 54 mm — bei größeren Maßstäben werden schlicht mehr Harzvolumen und mehr Stützfläche gebraucht.

Die Anzahl der Stützen. Eine Figur in dynamischer Pose (wehender Umhang, erhobene Waffe) braucht mehr Stützen als eine gerade stehende — das bedeutet mehr Nachbearbeitungszeit (Stützen entfernen, Nacharbeiten).

Das Material. Standardharz ist günstiger, aber spröder. Technisches/tough-Harz hält Stößen besser stand — bei Figuren, die beim Spielen oft in die Hand genommen werden, kann das wichtiger sein als der Preis.

Die Nachbearbeitung. Waschen in Isopropylalkohol und UV-Nachhärtung sind zwingend — ohne sie bleibt das Harz klebrig und erreicht nie die volle Festigkeit. Wird eine Bemalung gewünscht, ist das eine eigene Leistung, die nicht jedes Atelier anbietet.

Was man das Atelier fragen sollte

Es lohnt sich, nach der Größe der Druckplatte zu fragen — bestellt man eine große Szene oder mehrere Figuren gleichzeitig, ist wichtig, ob sie in einen Druckzyklus passen oder mehrere Durchgänge nötig sind (das kann sowohl Preis als auch Lieferzeit erhöhen).

Es lohnt sich auch, nach Erfahrung mit genau diesem Modelltyp zu fragen — Tabletop-Miniaturen werden oft als STL-Dateien unabhängiger Designer verkauft (Patreon-Bildhauer), und die Dateiqualität variiert stark; manche brauchen manuelle Nacharbeit an den Stützen für einen bestimmten Drucker.

Den Preis selbst abschätzen

Wer wissen will, was ein Miniaturdruck mit eigenen Werten (Harzvolumen, Belichtungszeit, Nachbearbeitungskosten) tatsächlich kostet, kann im 3D Print Pricing Rechner die Kosten für Harzdruck schnell abschätzen, inklusive Abschreibung von Drucker und UV-Station — nicht nur den Preis des Harzes selbst.

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